Großer pädagogischer Fachtag mit Renate Zimmer und Timm Albers in Warburg

Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg veranstaltet Fortbildungstag zum Thema „Diversität“

Fachtag mit Impulsvorträgen und Workshops
Veranstalter: Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg (Kolping Schulwerk gGmbH)

Ort: Theresia-Gerhardinger-Berufskolleg, Wilhelm-Poth-Str. 10 34414 Warburg Tel.: 05642 9877180

Kosten:  Fachtag inkl. Mittagsimbiss und Getränke:  20 Euro

Kinder sind grundverschieden. Und das ist gut so. Sozial- und Heilpädagogik nehmen diese Verschiedenheit ernst. Der Fachtag erschließt in Impulsvorträgen und Workshops Zugänge zur Diversität. Sie lernen von unterschiedlichen Standpunkte aus - unter Bildungsaspekten, kulturellen oder Bewegungsaspekten... - auf die Verschiedenheit von Kindern zu schauen, ihre Potenziale zu entdecken und Handlungsoptionen zu finden, um mit ihnen zusammen in angemessener Weise ihre Talente zu entwickeln.

Ablauf/Inhalte:
ab 08:30 Uhr Eintreffen der Teilnehmenden
09:00 - 10:30 Uhr
Impulsvortrag von Prof. Dr. Renate Zimmer
"Inklusive Bildungsprozesse bewegt gestalten"

Die Potenziale aller Kinder zu erkennen, ihre vielfältigen Voraussetzungen als eine wesentliche Chance für gemeinsames Lernen zu betrachten - das ist ein Anliegen inklusiver Bildung. Über den Körper Zugänge zur Welt zu öffnen, die sozial-emotionalen Kompetenzen ebenso wie die kognitiven und sprachlichen Kompetenzen der Kinder zu stärken und dabei die individuellen Bedürfnisse der Kinder zu achten ist für Pädagoginnen und Pädagogen eine große Herausforderung.
In dem Vortrag wird die Bedeutung von Körper- und Bewegungserfahrungen für Inklusion und Integration erläutert. In dem Vortrag wird aufgezeigt, wie Kinder voneinander, aber auch miteinander lernen und wie wir Erwachsene sie darin begleiten können, zu starken, selbstbewussten aber auch sozial kompetenten Persönlichkeiten heranzuwachsen.


10:30 - 12:00 Uhr
Workshops:
1. Kinderwelten in Bilderbüchern - diversitätsbewusste Bildung und Erziehung (Celina Kowalski und Sylvia Nolte)

Die Wirklichkeit, in der Kinder aufwachsen, ist vielfältig und befindet sich in ständigem Wandel. Diese Vielfalt betrifft die pluralen Familienformen, die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Eltern, die große Mobilität und damit verbundene Interkulturalität sowie den sozial-ökonomischen Status der Familien.

Das Bilderbuch ist ein Medium, das die Vielfalt widerspiegelt bzw. widerspiegeln und respektieren soll und dadurch auch jeglicher Ausgrenzung widerstehen muss.

In diesem Workshop stellen wir neue Bilderbücher vor, die die Vielfalt der Lebenswelten von Kindern sichtbar machen. Wir setzen uns mit ihnen kritisch auseinander und tauschen Erfahrungen aus. Es ist das Ziel dieses Workshops Vorurteilen entgegenzuwirken und den Respekt für Vielfalt zu fördern.

2. "du+ich=wir" - kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung (Kornelia Böhlen und Vera Vonde)

Wie kaum ein anderes Medium ist Musik geeignet um kulturell-integrativ und somit auch sozial zu arbeiten. Musik kann Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen Fähigkeiten verbinden. Sie ist eine emotionale Kraft, die Verständigung fördert und Persönlichkeit bildet, unabhängig von ihrem eigenen kulturellen Hintergrund.

Schwerpunkte des Workshops sind Singen und Tanzen.

Es werden Lieder und Tänze vorgestellt, die die Integration von Kindern unterstützen und fördern.

Ganz wichtig ist das beim Singen und Tanzen entstehende Gemeinschaftserlebnis, das Gefühl, dazuzugehören, nicht isoliert oder abseits zu stehen. Musik wird zur gemeinsamen und verbindenden Sprache.

3. Bewegungsangebote inklusiv gestalten - Möglichkeiten und Grenzen (Katja Rikus)

Kindliche Entwicklung geschieht immer in, mit und durch Bewegung. Deshalb ist es für Kinder grundlegend wichtig ausreichende Bewegungsmöglichkeiten zu haben. Aber auch für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind Bewegungserfahrungen und sportliche Betätigungen von großer Bedeutung. 

In diesem Workshop erarbeiten wir, wie wir Bewegungsangebote inklusiv gestalten können, um der Diversität und Vielfalt in Gruppen der unterschiedlichen Arbeitsfelder begegnen zu können. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der praktischen (Selbst)Erfahrung. Dadurch können auch Grenzen der Inklusion im Bildungsbereich Bewegung erlebt werden. 

Bitte bequeme Sportsachen und saubere Hallenturnschuhe mitbringen!


4. "Es ist normal verschieden zu sein" - Diversität und Inklusion in der Kita (Ulrike Dürdodt)

Bereits 1919 formulierte Janusz Korczak Grundrechte für Kinder. Korczaks dritte Forderung, „das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist“, verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit Diversität und Inklusion keine neue ist.  Kindertageseinrichtungen sollen Lebenswelt und Bildungsort für alle Kinder sein, unabhängig von den Voraussetzungen, die sie mitbringen. 
Doch wie lässt sich dieser Anspruch umsetzen? Benötigt Diversität und Inklusion ein besonderes Konzept? Kann eine Fachkraft für Inklusion diese Aufgabe übernehmen? Welche Prinzipien verfolgt eine „Pädagogik der Vielfalt“ und was hat das Ganze mit Partizipation und der Pädagogik Korczaks zu tun? 
Im Workshop werden wir uns auf unterschiedlichen Wegen diesen Fragen annähern.

5. Diversität in Teams (Annelene Wagemann)

Wenn sie diesen Workshop besuchen, werden Sie herausfinden, welche unentdeckten Schätze in Ihrem Team verborgen liegen!

Diversität in Gruppen und sozialen Systemen wird in der Managementliteratur als wichtiges Erfolgskriterium vorgestellt. In der Tat ist gelebte Unterschiedlichkeit in Teams und Organisationen eine Ressource, die oft nicht genutzt werden kann. Welche Bedeutung Unterschiedlichkeit in unseren Teams hat, welche Herausforderung und welcher Nutzen aus ihr hervorgehen kann, ist Thema des Workshops. Sie haben Gelegenheit, einen Blick auf ihr Team zu werfen und die Ressource ihrer Unterschiedlichkeit zu sehen und zu nutzen.

6. Lachen macht gesund und glücklich - Klinikclowns und ihre Arbeit (Anne Schwede und Tanja-Marie Streller)

Die Paderborner Klinikclowns Pfefferminze (Anne Schwede) und Feelice (Tanja-Marie Streller)  nehmen Sie mit auf die Reise in die wunderbare Wirkungswelt des heilsamen Humors. 

7. Gelebte Inklusion in einer Großstadt-Kita (Elke Schulmeyer)

„Wie kommen die Fachkräftestunden für das Kind zum Kind?“ Konzeptionelle Umsetzung der Vereinbarung zur Integration von Kindern mit Behinderung mittels praktischer Beispiele 

8. Hunde zur Förderung einer diversitätsbewussten Bildung und Erziehung (Lydia Agsten)

Der Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen ist sehr unterschiedlich, wird aber zunehmend bestimmt von rasanten Veränderungen durch neue Technologien, die Digitalisierung und Umweltveränderungen in allen Bereichen des Lebens. 

Die Bildungsinstitutionen sind diesen rasanten Entwicklungen erst begrenzt gewachsen und versuchen mit verschiedensten Mitteln den Kindern und Jugendlichen und ihrer Individualität gerecht zu werden.

Vermutlich auch aus diesem Grunde haben sich Hunde in schulischen Einrichtungen und auch in anderen pädagogischen und therapeutischen Bereichen seit dem Jahre 2000 rasant verbreitet. Sie können vielfältige Funktionen an der Seite einer Pädagog*in/Therapeut*in erfüllen und so die Lernprozesse unterstützen.

Allgemein wird aber oft übersehen, dass im Vorfeld auch vielfältige Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Hundegestützte Pädagogik /Therapie qualifiziert zum Wohle aller Beteiligten durchgeführt werden kann.

In diesem Workshop sollen die Möglichkeiten eines Hundeeinsatzes grob aufgezeigt werden, besonders auch im Hinblick auf Diversität. Ebenso spielen aber die vielfältigen Voraussetzungen, die für einen qualifizierten hundegestützten Einsatz nötig sind, eine Rolle.

9. Auch Menschen ohne Lautsprache können kommunizieren - Unterstützte Kommunikation als Basis der Teilhabe (Dr. Ursula Braun)

Aufgrund von Behinderungen, Unfällen oder Erkrankungen kann es für Menschen schwer oder unmöglich sein, mit dem gängigen Medium der Lautsprache zu kommunizieren. Sie bleiben somit in einem Zustand der sozialen Isolation, wenn ihnen keine anderen Kommunikationsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Unterstützte Kommunikation setzt genau hier an und greift auf körpereigene Kommunikationsformen wie Gebärden und Hilfsmittel wie Kommunikationstafeln oder Sprachcomputer zurück, um Verständigung möglich zu machen. Dabei zeigt sie sowohl Möglichkeiten für Menschen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen auf als auch für Menschen mit guten kognitiven Fähigkeiten. 

In diesem Workshop wird das Fachgebiet anhand von Filmbeispielen vorgestellt und die vielfältigen Möglichkeiten für die große Zielgruppe werden anschaulich präsentiert.

10. "Wer muss sich hier eigentlich wem anpassen?" (Nadine Schmerbach)

Für die Betreuung von Menschen mit besonders herausforderndem Verhalten bedarf es nicht nur einer individuellen Betrachtung des Menschen, sondern vor allem des kritischen Blicks auf unser professionelles Handeln und die Grenzen des Hilfesystems.

Die Pension Plus in der Gesellschaft für Sozialarbeit e.V. bietet seit 13 Jahren ein Wohnangebot für wohnungslose Menschen mit psychischen und Suchterkrankungen, die bisher im Hilfesystem kein passendes Angebot gefunden haben.

Aktuell eröffnen Mitarbeitende und Klienten der Pension Plus ein neues Wohnprojekt, in dem die Menschen, ihrem Bedarf entsprechend, auch langfristig wohnen bleiben.

Dieses Beispiel soll eine Grundlage sein für eine offene Diskussion über unsere professionelle Haltung, mit welcher wir Menschen – in unterschiedlichen Arbeitsfeldern - begegnen, die das Hilfesystem ablehnen (oder die wir ablehnen?).  


12:00 - 13:00 Uhr
Mittagspause


13:00 - 14:30 Uhr
Impulsvortrag von Prof. Dr. Timm Albers zum Thema „Inklusion- alles eine Frage der Haltung?“


14:30 - 16:00 Uhr
Workshops
(wie am Vormittag)


16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Anmeldeverfahren:
Bitte entscheiden Sie sich für zwei unterschiedliche Workshopthemen. Sie werden von uns einem Workshop für den Vormittag und einem am Nachmittag zugeteilt. Sie erhalten die Information mit Ihrer Bestätigung und Rechnung vom Kolping Schulwerk. Die Anmeldungen erfolgen per Email an   Nach deren Eingang erhalten Sie eine umgehende Bestätigung mit entsprechenden Rechnungsmodalitäten.
Die Anzahl der Personen in den Workshops ist begrenzt. Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen vergeben.